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Elterntiere August 2011 026
Elterntiere Auslauf 024 Grünauslauf 041 (2)

Gockelprojekt

Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich kein Bereich in der Landwirtschaft so sehr spezialisiert wie die Geflügelhaltung. War früher doch die Glucke maßgeblich für den Nachwuchs verantwortlich...! Sie bestimmte wann und wie viele Eier bebrütet wurden und ob der Gockel erfolgreich war, sah man spätestens nach 21 Tagen. Auch damals war das Brutergebnis schon fifty / fifty - sprich halb Hennenküken und halb Hahnenküken. Beides wurde umhegt und gepflegt und großgezogen.

30.09.11 008

Unsere Ronja mit Küken

Die weiblichen Tiere sollten später Eier legen und da zu viele Herren in der Herde nur für Unruhe sorgten und auch sonst relativ “unproduktiv” waren, wurden sie bei entsprechendem Gewicht und Alter geschlachtet. Im Laufe der Jahre wurde selektiert und es bildeten sich Rassen heraus, die eine höhere Legeleistung erbrachten und andere, deren Tiere in weniger Zeit ein weitaus höheres Körpergewicht erreichten. So entstand eine “Legelinie” für hohe Legeleistungen zur Eierproduktion und eine “Mastlinie” für die Fleischproduktion bei der sowohl männliche wie weibliche Tiere erfolgreich gemästet werden konnten. Im gleichen Zug stellte sich bei den Legelinien heraus, dass die Hähne praktisch unbrauchbar geworden waren, da sie bei einer wesentlich längeren Aufzuchtzeit, mehr Futterverbrauch und Betreuungsaufwand wirtschaftlich nicht mit dem neu entstandenen Masthähnchen konkurrieren konnten. Der Verbraucher wurde zunehmend preisbewusster, Fleisch ist mittlerweile kein Luxusgut mehr sondern tägliches Grundnahrungsmittel, welches möglichst billig eingekauft werden kann. In der konventionellen Intensivmast der großen Betriebe erreichen die Masthähnchen bereits nach 32! Tagen ihr Schlachtgewicht und das mit einer Fleisch”qualität”, die man als Verbraucher im Laufe der Jahre verinnerlicht hat. Zum Vergleich: Ein “echter” Gockel hat erst in einem Alter von 5 Monaten ein akzeptables Schlachtgewicht .

Doch nun zu unserem eigentlichen Gockel-Projekt. Da man im Brutei bis heute noch nicht effektiv feststellen kann, ob der Embryo männlich oder weiblich ist, werden noch immer alle Legehennenbruteier gebrütet und nach dem Schlupf sortiert (gesext). Das heißt im Klartext, dass das Leben der meisten männlichen “Legehennenküken” kurz nach dem Schlupf bereits wieder beendet ist. Dieses sinnlose Töten der Gockelküken ist ethisch nicht vertretbar.

Bio - statt Turbo! Seit 2010 ziehen wir so viele Gockel wie möglich mit auf. Während der ersten Wochen leben sie gemeinsam mit ihren Schwestern - den zukünftigen Bio- Legehennen. Nach etwa 8 Wochen ziehen sie dann in eine Herren-WG mit Wintergarten und Grünauslauf. Erst im Alter von ca. 20 Wochen haben die Gockel ein akzeptables Schlachtgewicht erreicht. Bis dahin sind die robusten Burschen natürlich und gesund, mit viel Bewegung und Auslauf herangewachsen.

Gockel Stall 7 017
Gockel vor Stall 12 Gockel Stall 7 007

Gefüttert wird 100 % Bio-Futter, zum Großteil mit selbst angebauten, heimischen Getreide.

Bewusst, traditionell genießen - wie zu Großmutters Zeiten.......

Das langsam gewachsene, muskulöse und fettarme Fleisch braucht eine ebenso behutsame Zubereitung. Etwas weniger Temperatur - dafür ein wenig mehr Zeit! Das ganze Tier eignet sich hervorragend als Sonntagsbraten, besonders lecker aus dem Römertopf. Die Keulen für einen raffinierten Coq au vin, entbeint und mariniert auch für den Grill. Für die “schnellere” Küche empfehlen wir das Brustfilet! Kurzgebraten, geschnetzelt, paniert oder überbacken - schmeckt immer.

Ebenso gibt es unsere Gockel auch schon tafelfertig als Fond, Suppe, Frikassée und Sülze im Glas. 

Suppe-ohne-Etikett
Suppe-mit-Etikett
Gockel auf Baum

Folgende Kollegen unterstützen aktiv unser “Gockelprojekt”, indem sie die Gockel ihrer Legehennen bei uns mit gross werden lassen. Sie können das Projekt aktive unterstützen, indem Sie Eier und Gockelprodukte von diesen Betrieben kaufen:

Geflügelhof Wendler
Oberkrumbach 30
91241 Kirchensittenbach
Tel. 09151/830118

Geflügelhof Bicklhof
Hohenbrand 2
86971 Peiting
Tel. 08805/8733
www.lechfeld.info/bicklhof/derhof.htm

Hofgut Brachenreuthe
Brachenreuthe 4
88662 Überlingen
Tel. 07551/800722
www.brachenreuthe.de

Dottenfelder Hof
Dottenfelderhof 1
61118 Bad Vilbel
Tel. 06101/529625
www.dottenfelderhof.de

Hofgut Oberfeld
Erbacher Str. 125
64287 Darmstadt
Tel. 06151/95048616
www.landwirtschaft-oberfeld.de